Jahreslosung 2018
Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben
von der Quelle des lebendigen Wassers
umsonst.

Offenbarung 21,6

kirchentermine

Chronik

Die Entstehung unserer nach dem Schutzpatron St. Georg benannten Kirche geht auf das 11./12. Jahrhundert zurück. Heuerßen wurde 1224 erstmalig urkundlich erwähnt. Dass die Kirche zu dieser Zeit schon seit Jahrhunderten bestanden hat, belegt Sup.-Int. Hellmut Pahlow in seiner Heuerßer Chronik: Heuerßen muss noch im 12. Jahrhundert als zentraler Ort gegolten haben. Er wurde deshalb Kirchdorf und erhielt eine eigene Pfarrei.

zeitrafferDas Güterverzeichnis des Michaelisklosters in Hildesheim von 1000 n. Chr. nennt Besitzungen in Heuerßen, damals Euerdershem und Kobbensen, da- mals Cobbinchusen. Die zugehörige Urkunde Kaiser Heinrichs II. (1002-1024) aus der Zeit von 1013 -1022 ist 1943 in Hildesheim verbrannt.

Romanische Säulen in den gekuppelten Schallluken des Turmes mit dazu passenden Würfelkapitellen bezeugen den romanischen Baustil. 1200 wurde auch in Deutschland der romanische durch den gotischen Baustil abgelöst. Die Kreuzgewölbe der Kirche haben bereits spätgotische Rippen, die im Altarraum auf gotischen Konsolen stehen.

Die gegenwärtige Sandsteinkirche hat mit Sicherheit Vorgänger gehabt. Der Kreuzstein in der Querwand aus dem 9.-11. Jh. hat wahrscheinlich in einer Vorgängerkirche als Grababdeckung gedient.

Der wohl älteste Friedhof des Ortes befand sich in südöstlicher Richtung oberhalb des Baugebietes Südbach. Etwa 250 Meter von der Ortsgrenze wurden 1891 in einem Gräberfeld Teile von etwa 40 Urnen freigelegt. Fachleute datierten den Fund um 600 vor Chr. Geburt und deuten damit auf eine Besiedlung der Gegend lange vor der Zeitrechnung unseres Dorfes hin.

Ein 1932 im selben Bereich freigelegtes Hügelgrab erwies sich als Haupt- bestattung eines Kriegers aus der Bronzezeit um 1500 -1200 v. Chr. Geburt. Durch die Grabbeigaben, einem Bronzeschwert samt Lederscheide, einem kleinen Gefäß sowie einer Bronzefibel, die offensichtlich das Gewand des Toten zusammen hielt, konnte die Lage des Kriegers einwandfrei bestimmt werden. Die Fundstücke befinden sich im Heimatmuseum Rinteln.

Ereignisse im Zeitraffer

11./12. Jh. Entstehungszeit der Kirche. Durch den mittelalterlichen Brauch, die Kirche nur mit entschärften Waffen zu betreten, entstanden an der Südwestecke des Turmes Ritzspuren. Auskehlungen zeugen vom Schärfen der Klingen nach dem Gottesdienst.

1380 In diesem Jahr ist in einer Urkunde verbrieft, dass die Kirche „sunte Jürgen" im Jahre 1477 einen Hof in Reinsen erhält.

1506 wurde die ältere Glocke im Kirchturm mit einem Durchmesser vor 0,94m gegossen, die zweite mit 1,08m Durchmesser im Jahre 1701.

1514 Aus der Zeit vor der Reformation wird berichtet, dass Pfarrer Hinrih Frederkes einen Ablassbrieffür das Heil seiner Beichtkinder erwirkte.

1559 Allgemeine Einführung der Reformation in Schaumburg - Lippe untei Graf Otto (1544-1578) durch den Landessuperintendenten Jakob Dammann.

1561 Hier beginnt die lückenlose Liste der Pastoren in Heuerßen. Sup.- Int. Hellmut Pahlow, von 1953-1985 Seelsorger der Gemeinde, berichtet 1991 aus der Arbeit aller Amtsträger in seiner „Dorfchronik Heuerßen-Kobbensen". Im Amt folgen ihm Jan-Peter Hoth und seit 2002 Rainer Diekmann als Pastoren.

1565 Diese Jahreszahl über dem Westportal steht vermutlich für eine große Renovierung nach der Einführung der Reformation in Heuerßen.

1591 Bau des Küsterhauses, in dem Pastor Haccius 1694 mit Küster Witte (sen.) als Lehrer die bis 1974 bestehende Schule eingeführt hat. Heute dient die Alte Schule als Gemeindeverwaltung und Kindergarten.

1608 wurde über der Sakristei ein Vorraum für den Erbsitz der Farn. von Münchhausen errichtet. Der Aufgang erfolgte über eine Holztreppe von außen.

1611 Eine Grabkammer der Familie v. Münchhausen wurde an der Südseite der Kirche angebaut. 1960 befanden sich dort 16 Särge, die bei Übereignung der Kammer an die Gemeinde nordwestlich des Kirchturms beigesetzt wurden.

1643 Das Epitaph an der Außenwand der ehem. Grabkammer erinnert an Junker Christian von Münchhausen, der in Lindhorst ermordet wurde.

1900 Der „Kirchhof", auf dem bis zu 16.000 Gräber Platz fanden, wurde geschlossen und der neue Friedhof östlich der heutigen Kreisstraße angelegt.

1943 Die Bronzeglocke von 1701 sowie drei von vier flämischen Kronleuch- tern aus Messing mussten als kriegswichtiges Material abgeliefert werden. Der Kirchenvorstand erreichte, dass die Glocke zurückgeholt werden konnte.

1956 Abriss des Stall- und Scheunenteils sowie Neubau des Pfarrhauses.

1960 Bis zur Totalrenovierung befand sich die Orgel über dem Altar. Danach auf der Nordprieche und heute auf der Empore vor dem Glockenturm. 1962 Die ehem. Grabkammer dient seither als Aufbahrungshalle für die Ver- storbenen. Verblieben ist der Hüllsarg des Börries von Münchhausen (+1773).

1964 Das 1960/61 freigelegte Ostfenster erhielt ein Glasbild der Künstlerin Paula Jordan zum Thema „Taufe und Missionsbefehl" aus Matth. 28, 19-20. Die Fensterbilder auf der Südseite der Kirche „Speisung der 5000", „Ritter St. Georg mit dem Drachen" über der ehemaligen Habrihäuser Prieche und „Jesus als Heilenden" folgten bis zum Tod der Künstlerin im Jahre 1986.

1972 Bau des Gemeindehauses „Arche" auf dem Platz des alten Backhauses.

2008 Aus Spendenmitteln wurde das abgesackte Fundament des Kirchturmes gesichert und die durch die schweren Sollingplatten geschädigte Dachkonstruktion saniert.

2010/20111 Der Kirchturm wurde saniert. Dabei wurde der Dachstuhl in großen Teilen erneuert. Die Sollingplatten wurden neu verlegt, unter Nutzung von Altbeständen von der Jetenburger Kirche in Bückeburg. Die beiden Glocken im Dachstuhl wurden von der Firma Korfhage restauriert, ebenso die Stundenglocke an der Südseite des Turms.

2014 Der Kirchvorplatz wurde erneuert.